Es geht jetzt radikal an das Motorrad im allgemeinen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • pitboxer schrieb:

      Zu der Antwort von BMW fällt mir nur ein: "Danke für nichts!"

      Es sollte doch ein Leichtes sein den Auspuff und die Airbox leiser zu gestalten - ach nee, das braucht jahrelange Entwicklungsarbeit °H°
      Wenn es denn so einfach wäre.
      Weder technisch (wurde weiter oben schon beschrieben) noch finanziell.
      Nein, auch BMW Motorrad hat nicht einfach so die Mittel frei um einfach so mal schnell eine Airbox und eine Schalldämpfern neu zu entwickeln. Zudem das dann ganz schnell weitreichende Auswirkungen auf die Homologation des Fahrzeugs haben kann.
      Entwicklungsbudgets werden immer für ein Jahr gemacht. Entweder man kann etwas umschichten oder man muss warten.
      Der triftigste Grund ist mMn aber die Rechtssicherheit.
      Wer schreibt die Spezifikation für etwas was „leiser sein soll“.
      Welche Werte sollen getroffen werden?
      Was ist die Messlatte?
      Welche EU Richtlinie, die nicht so einfach ausser Kraft gesetzt werden kann ist bindend.
      etc., etc.
      Das geht doch nicht in der Art, morgens setzen wir eine Entwicklermannschaft da dran und die soll dann mal was machen. Klar, die sitzen alle gelangweilt da rum. Und Termine bei den Prüforganisationen bekommt man auch einfach so von heute auf morgen.
      Da kommt viel zusammen.
      Bis zur Fertigung der neuen Teile.
      Es geht nicht um quick and dirty sondern gerade in der aktuell klammen Zeit um Nachhaltigkeit.

      Und dafür ist zurzeit noch kein Rahmen da.

      Gestern riefen sie alle nach Sound und Leistung um die Supersportler zu richten oder 800Km am Tag abreissen zu können. Jetzt ruft man nach leiseren Motorrädern.
      Was ist morgen? Was muss da mal schnell entwickelt werden?
    • Das hört sich für mich alles nach professioneller Aus- und Schönrederei an.

      Was ist denn so schwer daran, etwas mehr Dämmung zu verbauen, das mit Hinweis auf die durchgeführten Abgaszyklen nur noch mal auf Geräusch zu prüfen und dann noch nen Zehner in die Marketingmaschine zu schmeißen von wegen erster Anbieter blabla bla. Dann werden die Schalldämpfer eben etwas dicker, so ähnlich wie man im Winter zusätzlich nen Parka anzieht.

      Wahrscheinlich kommen jetzt wieder Bedenkenträgerargumente, dass die Abgastemperatur im Verlauf um 0,6 C° abweichen könnte wenn die blaugetupfte Rotschwanzfledermaus gerade vorbei fliegt.

      Alles Käse. Wenn uns unterwegs was kaputt geht, wickeln wir so lange DuckTape drum, bis es einigermaßen hinhaut. Nix anderes ist es, wenn man mehr Dämmmaterial um die Tröte tut.
      ich übe noch
      www.motorrad-blog.eu
    • Ja wäre schön, wenn das so einfach wäre, aber leider ist es das nicht und nein das ist keine professionelle Aus- und Schönrederei.


      Wir reden hier von Teilen,welch in einem komplexen automatisierten Fertigungsprozessen in signifikanten Stückzahlen hergestellt werden, da kann man nicht eben mal was basteln oder drum rum wickeln. Das kann eine Hinterhofwerkstatt machen, aber kein seriöser Anbieter von Fahrzeugen.


      Dein Beispiel eben mal was dicker zu machen umd mehr Dämpfung zu generieren um damit die Geräuschnetwicklung zu optimieren bedeutet dann grob:


      • Anfrage mit Lastenheft damit definiert ist, wo soll es hin gehen
      • Budgetklärung bzw. Angebot, Verhandlung und Genehmigung danach Beauftragung
      • Konstruktionsänderung
      • Prototypen bauen
      • Funktionale Erprobung und Optimierung je nach Erfolg oder eben nicht in mehreren Schleifen
      • Eventuelle Auswirkung auf die Dauerhaltbarkeit validieren
      • Neue Homologation
      • Anpassung der Serienwerkzeuge und des Prozess
      • Anpassung der Komponenten von Sublieferanten
      • Abnahme der neuen Serienteile durch BMW d.h. Qualitätsssicherung vor dem Neuanlauf der Serie
      • Serienanlauf
      Die Menschen bauen zu viele Mauern und zu wenig Brücken
    • Pendeline schrieb:

      schotterali schrieb:

      Dämmmaterial....? Die Standardoriginalschalldämpfer sind doch alle Reflexionsdämpfer oder?
      Genau! Auch wenn Hansemann mehr Dammaterial "um die Tröte tut". °J°
      Gruß - Pendeline
      dann kommen da eben nur noch Akrapovic's Anlagen dran und gut is! ;°)
      LG aus dem Land der Eierberge °v° wünscht Rewert

      der die letzte wahre GS fährt! Danach wurd' nur noch mit Wasser gebaut...
    • Teilweise schön hergeleitet von den Argumenten, übersieht aber einige der Auswüchse die besonders belastend für Anwohner sind.

      Ich war letzte Woche mit Kai und anderen im Taunus unterwegs, da ist uns ein Rudel (>30 Motorräder) Harleys entgegengekommen. Die sind wirklich
      geschwuchtelt und waren langsam gefahren. Trotz eigenem lautem Motorrad, ner XR (geil) vor mir, und zwei XR (neu) hinter mir,
      war das ein ganz schöner Krach. Die haben sich benommen, trotzdem gings mir auf den S--Keks.

      Bei einer Rast bei einem "Engländer" fuhren 3 Harley vorbei, die den Rest der Welt mit ihrem Sound beglücken wollten.
      Die wären dann auch nach derzeitigem Recht zu beanstanden, aber die hätte man höchstens mit der Schrotflinte zum Anhalten
      bekommen.

      Ein Kommentar zum Autobildartikel hat mir besonders gut gefallen: "Ich wohne an der Autobahn und höre die LKW den ganzen Tag!
      Kann man die bitte auch verbieten?"

      Das macht es aber eigentlich nicht besser.

      Eines hat für mich aber IMMER funktioniert: Ich fahre grundsätzlich möglichst nicht an Wochenenden. Weil dann die Poser unterwegs sind.

      Nur aus dem Grund bin ich gegen Wochendfahrverbote, weil die, über die ich mich aufrege und die mich nerven, dann unter der Woche unterwegs sind.

      Nein ich bin nichts besseres, aber auch nicht weniger. So mancher Motorradfahrer kann mir gestohlen bleiben.
      ich übe noch
      www.motorrad-blog.eu
    • Ich provoziere jetzt mal.

      Schön das du grundsätzlich möglichst nicht an Wochenenden fährst. Damit hast du auch dann überhaupt kein Problem mit dem Thema Fahrverboten an Sa.Son und Feiertagen. Mag anderen Schichtlern auch so gehen, mir bleibt aber wie 98 % der anderen arbeitenden Motorradfahrern nur das Wochenende.

      Ich zitier mal

      "Belastend für Anwohnern" also...? Wenn ich das schon lese! Es gibt tausende Lärmquellen und es gilt, die Interessen aller Menschen abzuwägen und nicht nur die der Anwohner. Und Motorrad fahren ist eben ein berechtigtes Interesse, auch wenn das immer mehr Menschen nicht verstehen können. In den Städten gibt es Straßen mit 100.000 Fahrzeugen am Tag, davon viele grundsätzlich laute LKW und extrem laute Autos. Die dort wohnenden Anwohner haben auch ein Interesse und genau dafür gibt es ein umfassendes Regelwerk, die 16. BImschV für Neubauten oder Änderungen (Verkehrslärmverordnung) und die 24. BImschV für Schallschutzmaßnahmen für bestehende Verkehrswege. Aus beiden Verordnungen wird schnell ersichtlich, daß - sofern es sich um StVZO-konforme Fahrzeuge handelt - nicht der Verkehrsteilnehmer, sondern der Träger des Verkehrsweges für den Schallschutz verantwortlich ist. Lediglich unnötiger Lärm (unnötiges Hin- und Herfahrenden innerhalb geschlossener Ortschaften, unnötiges Beschleunigen und unnötiges laufen lassen des Motors) liegt im Verantwortungsbereich des Verkehrsteilnehmers. Diese Regelwerke gelten in ganz Deutschland und für alle. Warum jetzt das berechtigte Interesse einiger Anwohner größer sein soll als das anderer erschließt sich mir nicht. Im Verhältnis zu den Verkehrsachsen der Städte, an der den ganzen Tag und die ganze Nacht Verkehrslärm herrscht, sind die Anwohner an den "Motorradstrecken" noch ganz gut dran. Sie wohnen nur "im Grünen" und erleben den Unterschied zwischen Ruhe und Lärm etwas intensiver als die Anwohner mit Dauerlärm. Und wenn es dann doch zu laut wird, ist genau geregelt, was zu tun ist, nämlich Schallschutzmaßnahmen an den Verkehrswegen und wenn das nicht verhältnismäßig ist, Schallschutzmaßnahmen an den Gebäuden. Wenn es an den Motorradstrecken zu laut ist, sind also die Träger der Verkehrswege am Zuge, demnach der Bund bei Autobahnen, Schiene und Bundesstraßen, die Länder bei Landstraßen usw. Da das aber doch wohl zu teuer ist, will man lieber den Verkehr verbieten?

      Was für ein Unsinn!

      Ansonsten müsste man den Verkehr nämlich grundsätzlich verbieten und nicht nur da, wo sich die Anwohner besonders gestört fühlen. Dazu dann gleich Kindergärten, Fußballplätze, Biergarten, Kneipen, Schulen, Flughäfen und Einkaufszentren, denn genau für den Ausgleich der jeweiligen Interessen gibt es die o.g. komplexen Regelwerke.

      Die Klientel, die ständig neue Regeln fordert ist hingegen immer die selbe. Neben den bekannten Dauernörglern von NABU, Bund und DUH (der Vorsitzende des "Vereinigter Arbeitskreis gegen Motorradlärm" (VAGM) Holger Siegel ist zugleich Sprecher des "Arbeitskreises Motorrad Lärm" im BUND) regelmäßig gelangweilte Frührentner vorzugsweise aus dem öffentlichen Dienst. Die geforderten Regeln stellen dann eben keinen Ausgleich der Interessen dar, sondern einzig und allein die Interessen der Fordernden. Egal ob eine Straße oder eine Brücke gebaut oder eben ein Bahnhof umgebaut werden soll - immer sind die Dauernörgler zur Stelle und ..... dagegen! Gegen spielende Kinder, gegen Konzerte, gegen Straßen, gegen Flughäfen, gegen Landwirte, gegen Elbvertiefung, gegen Autofahrer, gegen Festivals (sogar das Wacken Open Air wurde beklagt) und - natürlich - gegen den Ausbau von Bahnhöfen oder Gleisen.

      Wir haben in Deutschland bereits die umfassendsten Regelwerke der Welt und drohen daran zu ersticken. Es ist kaum noch möglich, ein Infrastrukturprojekt in einer halbwegs akzeptablen Zeit mit halbwegs akzeptablen Kosten umzusetzen. Und jetzt wollen diese Wutbürger durch die Hintertür auch noch das Motorrad fahren verbieten. Man kann natürlich leise Motorrad fahren, aber man kann auch leise Fußball spielen, leise Musik hören, leise in den Urlaub radeln und leise Bier trinken. Auch Kinder können leise spielen, zur Not im Keller. Es gibt aber Menschen, die möchten eben laut Musik hören, laut schreiend Fußball spielen (oder zuschauen) und sich im Biergarten lautstark über Politik unterhalten. Alles unnötiger Lärm, könnte man meinen... aber mitnichten: Es gehörte schon immer zu den gesellschaftlichen Lastern, dass das Leben hin und wieder Geräusche verursacht. Die Mehrzahl der Menschen akzeptiert das auch, denn die Regelwerke sichern - sofern umgesetzt - einen akzeptablen Ausgleich. Es sind immer wieder ein paar wenige Menschen, die am Lärm ihren Frust ablassen. Hauptgrund ist, dass sie mit ihrem Leben völlig unzufrieden sind und nicht etwa sich selbst, sondern dem Lärm die Schuld dafür geben. Diese "Wutbürger" sind bei weitem nicht in der Mehrzahl, sie sind aber besonders laut (Achtung Wortspiel!) und weil Berufsnörgler wie Holger Siegel nun mal Berufsnörgler sind, eben auch politisch und medial gut organisiert. Dazu nehmen diese Leute als Sprachrohr noch jede Menge andere Menschen mit, die ihren persönlichen Frust dann dankend gleich mit abladen. Die Grünen, ehemals eine laute und bunte Partei, nimmt sich dieser Klientel gerne an - sichern die Wutbürger doch Wählerstimmen und mediale Aufmerksamkeit. Wer aber meint, dass es mit leiseren Endtöpfen erledigt wäre, der irrt ganz gewaltig. Der Kampf gilt letztendlich nicht dem Lärm, sondern dem Leben. Es geht um drei Sachen: Ruhe, Ruhe und Ruhe. Das Leben besteht aber eben nicht nur aus Ruhe, sondern auch aus Leben und dazu gehört der Flug in den Urlaub eben genauso zu wie die Fahrt mit dem Motorrad oder der Besuch eines Open Air Rockkonzertes. Wer sich jetzt vor den Karren dieser Spießer spannen läßt, hat wirklich überhaupt nichts verstanden! Ist erst die erste Strecke gesperrt, wird es weiter gehen mit diesem "Protest".
      Beispiele gefällig. Das hin und her fahren mit Wohnmobilen am Wochenende und das einhergehende parken derer in der Landschaft, unnötig. Fliegen in den Urlaub, unnötig, Fleisch mehr wie einmal in der Woche, unnötig. So können wir das beliebig weiter machen.

      Alleine die Kernfordrungen des AVGM lassen erkennen, wohin die Reise geht. Keine "lärmenden" Überholvorgänge, Streckensperrungen, Fahrerhaftungen (die es im fließenden Verkehr grundsätzlich nicht gibt) und... natürlich - eine "Vergleichmäßigung" des Verkehrs. Keine Forderung nach den gesetzlich vorgeschriebenen Schallschutzmaßnahmen, dafür aber der völlig unsittliche Verweis darauf, dass 3% der Herzinfarkte durch Verkehrslärm verursacht werden (unterstellt man, dass von diesen 3% in etwa 95% von LKW, PKW und Flugzeugen verursacht werden, haben 99,85 aller Herzinfarkte eine andere Ursache als Motorradlärm). Es gäbe - abseits vom Motorradlärm - also eine Menge zu tun. Der Hinweis auf Tote dramstisiert das Problem natürlich, auch wenn völlig absurd ist, dass Motorradlärm die einzige Ursache für den Herzinfarkt sein soll... oder anders gesagt: seit 20 Jahren 40 Kippen am Tag, BMI von 44, Joghurt umrühren bedeutet sportliche Höchstleistung, aber schuld am Herzinfarkt sind - natürlich - die Motorradfahrer!

      Eigentlich wäre es mal an der Zeit, dass sich die etwas leiseren Zeitgenossen (also in diesem Falle witziger Weise die Motorradfahrer) mal ganz kräftig zur Wehr setzen und den Grünen Oberspinnern in Masse zeigen was uns unser Hobby wert ist. Wenn ich aber auch hier schon von "berechtigtem Interesse" im schmuse Singsang lese, werden wir wohl bald alle Fahrrad fahren müssen. Können uns dann ja mit den Kids, die nicht mehr Fußball spielen dürfen zusammen tun und uns ein paar Joints reinpfeifen. Dass wird - sofern es nach den Grünen ginge - auch weiterhin erlaubt sein. Immerhin die Landwirte haben es verstanden und organisieren einen stärker werdenden Protest. Mal schauen, was dabei herauskommt...



      Einige werden bemerken das hier kein Ironieschild ist.
      Das Perfekte Symbol unsere Zeit ist der Laubbläser:
      Er verlagert ein Problem von einem Ort zum anderen, ohne es zu lösen
      benötigt dafür wertvolle Energie und macht dabei eine Menge Lärm